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KAPITEL 14

Der Riss im Schild

Die hellen Lumineszenz-Kristalle an den hohen Decken des Doms pulsierten unregelmäßig, warfen nervöse Schatten über die Gesichter der Ältesten und erloschen schließlich fast vollständig. Nur das fahle, natürliche Licht der Deckenöffnung erhellte noch den Raum. Unter den Ratsmitgliedern brach leises, aber hektisches Gemurmel aus. Sie sahen sich verwirrt um, griffen nach ihren Kommunikations-Pads, doch die Bildschirme blieben schwarz.

Meister Vandar ballte die Hände zu Fäusten, seine eiserne Fassade bekam Risse. „Was ist das? Ein sekundärer Ausfall der Energiekerne? Das ist... unmöglich.“

„Das ist kein Unfall, Meister Vandar“, rief Taren durch die Dunkelheit und trat einen Schritt nach vorn, während er seine Scout-Brille aktivierte, die im Nachtmodus grün aufleuchtete. „Das ist eine elektromagnetische Schockwelle. Jemand drückt von außen gegen das Energiefeld Ihres Nebels. Und zwar mit roher Gewalt.“

Bevor Vandar antworten konnte, flogen die schweren Flügeltüren des Doms krachend auf. Ein junger Wachoffizier stürzte herein, den Atem keuchend, die Augen geweitet vor blankem Entsetzen. Er fiel vor dem Podest des Rates auf die Knie.

„Ehrwürdige Älteste!“, rief er mit überschlagender Stimme. „Die vorderen Beobachtungsposten am äußeren Rand... sie sind verstummt! Die Langstrecken-Sensoren haben kurz vor ihrem Ausfall ein Signal erfasst. Ein Schiff. Ein einziges Schiff, aber es ist... es ist gigantisch! Es bricht direkt durch den Schlund von Vaal!“

Seren Vaels Atem stockte. Sie wirbelte zu dem Offizier herum. „Ein Sternzerstörer? Ein Schiff der Imperial -Klasse?“

„Nein, Jägerin Vael“, keuchte der Soldat und schüttelte den Kopf. „Es ist kein normaler Kreuzer. Die Energiesignatur... es ist ein Leviathan. Die Masseberechnung hat die Skala gesprengt. Es ist kilometerlang. Es schiebt den ionisierten Nebel einfach vor sich her wie eine Bugwelle und brennt sich mit seinen Triebwerken blind durch die Anomalien!“

Ein kollektives Entsetzen ergriff den Rat. Einige der Ältesten sprangen von ihren Sitzen auf. Serens Eltern blickten fassungslos zu ihrer Tochter hinab – die Realität der Außenwelt hatte sie eingeholt, schneller und brutaler, als sie es je für möglich gehalten hätten.

Cal Kestis sah Taren an, sein Gesichtsausdruck versteinert. „Vance. Er hat uns nicht nur verfolgt, er hat auf diesen Moment gewartet. Er nutzt die Spur, die die Mantis im Nebel hinterlassen hat, um seine Schilde auf die Frequenzen einzustellen.“

„Er brennt den Nebel weg“, murmelte Merrin, ihre Stimme war gefährlich leise. „Er opfert seine eigenen Schiffe und Schilde, nur um den Schutzwall zu brechen.“

Meister Vandar stand starr auf seinem Podest. Die Verwirrung in seinen Augen wich einer tiefen, bitteren Erkenntnis. Er sah hinab auf Taren Wayfarer – den Wanderer, den er noch vor wenigen Minuten eliminieren wollte.

„Sie sagten, wir wären blind, Scout“, sprach Vandar, und seine Stimme zitterte nun nicht mehr vor Zorn, sondern vor der Last der Verantwortung für Millionen von Leben. „Es scheint, als hätten Sie recht gehabt. Unsere Mauern sind gefallen. Was schlagen Sie vor?“

Taren zog seine Maske nach oben und ließ sie mit einem metallischen Klicken einrasten.

„Verschwenden Sie keine Zeit mit Bedauern, Vandar“, sagte Taren ernst. „Geben Sie der Verteidigungsflotte den Befehl, sich zu zerstreuen. Gegen diesen Brocken haben sie im offenen Kampf keine Chance. Wir müssen die Triebwerke der Mantis hochfahren. Wenn Vance dieses System kontrollieren will, müssen wir ihm das Einzige nehmen, was er nicht berechnen kann: Uns.“

Inoffizielle, nicht-kommerzielle Star-Wars-Fan-Fiction. Keine Verbindung zu oder Autorisierung durch Lucasfilm Ltd. oder The Walt Disney Company.