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KAPITEL 61

Der endlose Horizont (Epilog)

Die Triebwerke der Stinger Mantis summten im Hangar-Dock der Vaal-Zuflucht in einem tiefen, beruhigenden Ton. Das saphirblaue Licht der Tenebris-Anomalie brach sich in den frisch polierten Chromflächen des Schiffes, während draußen auf dem weiten Steg das rege Treiben einer neugeborenen Zivilisation pulsierte. Kinder liefen lachend zwischen den Biosphären-Kuppeln umher, Techniker kalibrierten gemeinsam mit den Jägerinnen die planetaren Filter, und das ferne Echo von Hämmern und Schweißgeräten erzählte die Geschichte eines unaufhaltsamen Aufbaus.

An der Kante des Aussichtsdecks standen Taren und Seren. Ihre Hände waren noch immer ineinander verschlungen, ein stummes Versprechen, das im Feuer des Kampfes geschmiedet worden war.

„Sie fliegen also weiter?“, fragte Seren leise, ohne den Blick von den saphirblauen Lichtbändern zu wenden, die ihre neue Heimat wärmten.

„Cal und Merrin haben noch eine lange Reise vor sich“, antwortete Taren, und ein sanftes Lächeln legte sich auf seine Züge. „Es gibt noch zu viele Ecken in dieser Galaxis, die im Dunkeln liegen. Aber mein Platz… mein Platz ist hier. Beim Fundament.“

Seren drehte sich zu ihm um. Das Licht der Anomalie spiegelte sich in ihren Augen – Augen, in denen kein Schmerz über den Verlust der alten Wälder mehr lag, sondern der unerschütterliche Stolz einer Anführerin, die ihre Liebe und ihre Bestimmung gefunden hatte. „Du hast uns dieses Dach gebaut, Taren. Jetzt werden wir es gemeinsam mit Leben füllen.“

Ein paar Meter weiter, an der Einstiegsluke der Mantis , stand Cal Kestis. Er hatte die Arme verschränkt, BD-1 saß auf seiner Schulter und gab ein leises, melodisches Fiepen von sich. Merrin trat an seine Seite, legte den Kopf an seine Schulter und blickte hinüber zu dem jungen Paar.

„Glaubst du, sie werden sicher sein, Cal?“, fragte sie rauchig.

„Sie haben mehr als nur eine Festung aus Stein und Stahl, Merrin“, sagte Cal mit fester, ruhiger Stimme. „Sie haben einander. Sie haben verstanden, dass man die Dunkelheit nicht besiegt, indem man tiefer in den Hass rutscht – sondern indem man ein Fundament aus Vertrauen und Zukunft baut. Das Imperium wird diesen Ort niemals finden.“

Greez’ Stimme tönte ungeduldig aus dem Inneren des Schiffes: „He, ihr beiden Turteltäubchen! Wenn wir den Gravitationsstrom der Anomalie optimal nutzen wollen, müssen wir jetzt los! Und der Scrab-Eintopf auf dem Herd wird auch nicht besser!“

Cal lachte, warf Taren und Seren einen letzten, respektvollen Gruß zu und trat durch die Luke. Die Schotttore der Mantis schlossen sich mit einem satten, vertrauten Klacken. Wenige Augenblicke später löste sich das Schiff elegant aus den Verankerungen, glitt hinaus in das saphirblaue Meer der Anomalie und verschwand mit einem lautlosen Aufblitzen im endlosen Horizont der Sterne.

Zurück blieb eine Zuflucht. Zurück blieb Tenebris-Vaal.

Inoffizielle, nicht-kommerzielle Star-Wars-Fan-Fiction. Keine Verbindung zu oder Autorisierung durch Lucasfilm Ltd. oder The Walt Disney Company.