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KAPITEL 2

Schrott und Schicksal

Sie stürzten in die Dunkelheit des Tempels, dicht gefolgt von Seren Vael, die als Letzte durch den schmaler werdenden Spalt schlüpfte, bevor das tonnenschwere Steintor mit einem dumpfen Knall wieder ins Schloss fiel. Draußen hämmerten die Blasterschüsse der Purge Trooper gegen den Fels, gefolgt von den dumpfen Erschütterungen imperialer Thermaldetonatoren.

Im Inneren des Tempels herrschte plötzliche, staubige Stille, nur unterbrochen vom schweren Atmen der drei Gefährten. Cal hielt sein Lichtschwert erhoben, um die Dunkelheit zu vertreiben. Das blaue Licht spiegelte sich auf den kunstvollen Mustern von Serens Rüstung wider.

„Keine Bewegung“, sagte Seren sofort. Sie hob ihre Hellebarde, die Spitze exakt auf Cals Brust gerichtet. Ihre Stimme, gefiltert durch den Helm, klang kühl und autoritär. „Ihr habt hier nichts zu suchen, Eindringlinge. Dieser Ort ist durch das Dekret der Ersten Expedition geschützt.“

Cal hob langsam die freie Hand, während sein Lichtschwert summte. „Ganz ruhig. Wir haben gerade zusammen gekämpft, erinnerst du dich? Ich bin Cal Kestis. Und das ist Taren.“

Taren, der sich den Staub von der Jacke klopfte, sah die Hellebarde mit professionellem Interesse an. „Schicke Waffe. Nicht imperial, nicht aus den Kernwelten. Woher hast du die?“

„Das geht dich nichts an, Scout“, entgegnete Seren, lockerte ihren Stand jedoch um keinen Millimeter. „Ihr sucht nach der Kosmischen Matrix. Ihr wollt die Pfade der Alten Entdecker öffnen. Ihr wisst nicht, welches Chaos ihr damit über die Galaxis bringt.“

„Das Chaos ist schon hier“, erwiderte Cal ernst und deutete zur Decke, von der das dumpfe Grollen der imperialen TIE-Bomber vibrierte, die nun den gesamten Ruinenkomplex unter Beschuss nahmen. „Das Imperium wird diesen Tempel in Schutt und Asche legen, um zu bekommen, was es will. Wenn wir die Matrix nicht zuerst finden, finden sie sie.“

BD-1 piepte zustimmend von Tarens Schulter und projizierte ein kleines, blaues Hologramm der Tempelstruktur in den Raum. Das Hologramm zeigte, dass sie sich in einer Vorkammer befanden, die direkt zu einem tiefer gelegenen Gewölbe führte.

„Sie hat recht, was die Matrix angeht, Cal“, sagte Taren und trat näher an eine Wand herab, die mit geometrischen Linien übersät war. Er schloss kurz die Augen und legte die Hand auf den Stein. Seine Machtsensitivität erlaubte es ihm nicht, Visionen zu sehen wie Cal, aber er konnte die Logik des Bauwerks spüren. Er fühlte die Strömungen der Luft, die Spannung im Gestein und die Mechanismen, die tief im Inneren schlummerten. „Die Matrix ist nicht nur eine Karte. Sie ist ein Schlüssel. Und dieses ganze Gebäude… es hält den Druck des Berges über uns aus. Wenn wir den Kern berühren, verändern wir die Statik.“

Plötzlich erbebte der Boden heftig. Staub und kleine Kieselsteine rieselten von der Decke. Ein ohrenbetäubendes Krachen über ihnen verriet, dass eine imperiale Bombe die obere Ebene des Tempels durchbrochen hatte.

„Wir haben keine Zeit für eine Diskussion“, sagte Cal und deaktivierte seine Klinge, um Vertrauen zu zeigen. „Wir müssen tiefer rein, bevor uns die Decke auf den Kopf fällt. Merrin wartet draußen, aber sie kann uns hier drinnen nicht helfen.“

Seren sah zwischen den beiden Männern hin und her. Ihr Kodex verbot es ihr, mit Außenweltlern zu kooperieren. Doch der Tempel erzitterte erneut, und ein tiefer Riss zog sich durch das monumentale Steintor hinter ihnen. Wenn sie hier starb, würde niemand das Konklave warnen.

„Folgt mir“, sagte sie widerwillig und senkte die Hellebarde, deren weißes Glühen erlosch. „Aber rührt nichts an, was ich euch nicht erlaube.“

Inoffizielle, nicht-kommerzielle Star-Wars-Fan-Fiction. Keine Verbindung zu oder Autorisierung durch Lucasfilm Ltd. oder The Walt Disney Company.