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KAPITEL 4

Das Siegel der Ersten Expedition

„Hör zu, wir können uns gegenseitig umbringen, oder wir sorgen dafür, dass die Eierköpfe vom Imperium diesen Ort nicht in ein Aufmarschgebiet verwandeln“, entgegnete Taren ruhig. Seine Stimme klang dumpf und metallisch gefiltert durch die schwere, dunkelbrünierte Atemschutzmaske, welche seine gesamten Züge unter der tief in die Stirn gezogenen Kapuze verbarg. Nur die dunklen Gläser seiner robusten Fliegerbrille hoben sich von der Maske ab. Ein gewaltiger, sandfarbener Wüstenschal war in dicken, fransigen Lagen um seinen Hals und seine Schultern gewickelt und flatterte leicht im heißen Luftzug, der durch die Deckenrisse drang.

Taren stand im weiten, festen Stand da. Ein massiver, mattschwarzer Lederharnisch spannte sich über seinem hellen Hemd, gehalten von dicken Riemen und Nieten, die ihm die bullige Silhouette eines Mannes gab, der schon durch die härtesten Stürme der Galaxis gegangen war. Passende, schwere Lederarmschienen schützten seine Unterarme. Seine linke Hand ruhte scheinbar entspannt auf dem klobigen Griff seines Blasters, der in einem tiefsitzenden Lederholster an seinem Oberschenkel hing. Die einschüssige, massiv modifizierte Waffe mit dem markanten, kupferumwickelten Lauf und dem schweren Zielfernrohr an der Unterseite passte perfekt zu dem breiten, braunen Ledergurt, der von einer großen, rautenförmig verzierten Metallschnalle zusammengehalten wurde.

Seine rechte Hand hingegen wanderte langsam zur linken Hüfte, an der das modifizierte Lichtschwert senkrecht hing. Die lange, brünierte Emitterkrone reichte fast hinab zu seinen schweren, schwarzen Kniestiefeln, die mit einer Reihe markanter Metallschnallen fest verzurrt waren. Die Waffe war ursprünglich ein Geschenk von Cal gewesen, doch über die Jahre hatte Taren sie mit Stoff und einer kreuzweise verknoteten Kordel so umgebaut, dass sie wie der Rest seiner Ausrüstung nach purem, pragmatischem Überleben schmeckte.

Seren starrte die vollkommen vermummte, gepanzerte Gestalt des Scouts an. Sie blickte kurz zu der Kosmischen Matrix, die nur wenige Meter entfernt auf ihrem Sockel pulsierte. „Wenn ich die Matrix berühre, wird sich dieses Tor hinter uns öffnen. Es führt zu den tieferen Katakomben und einem alten Fluchttunnel, der meilenweit außerhalb der Stadt endet. Aber die Daten der Matrix dürfen nicht in eure Hände fallen.“

Taren tat etwas, das Seren nicht erwartet hatte. Er griff nach oben, zog die Atemschutzmaske mit einem Zischen nach unten und schob die dunkle Brille hoch auf seine Stirn, sodass sie auf dem Wickel seines Kopftuchs saß. Seine nun freigelegten, wachsamen Augen fixierten sie ernst, während sein Gesicht vom Staub der Ruinen gezeichnet war.

„Ich will deine Daten nicht, Prinzessin“, sagte Taren und ging vor dem großen Tor in die Hocke. „Ich will nur hier lebend rauskommen.“

BD-1 lief zum Sockel der Matrix und scannte die antike Konsole. Ein tiefes, mechanisches Surren erfüllte den Raum. Die drei Ringe der Matrix begannen sich schneller zu drehen, und plötzlich projizierte das Artefakt eine riesige, dreidimensionale Sternenkarte in die Dunkelheit. Sie zeigte Routen, die außerhalb der bekannten Galaxis lagen – tiefer in die Unbekannten Regionen hinein. Ein leuchtender Korridor war rot markiert: Der Vaal-Korridor.

„Das… das ist die Route zu eurer Heimat, nicht wahr?“, flüsterte Taren, während das blaue Licht der Karte sein Gesicht erhellte.

Seren trat vor, ihre imperiale Kühle schwand für einen Moment, ersetzt durch nackte Angst. „Das Imperium darf das nicht sehen. Sie würden uns vernichten.“ Sie hob ihre Hellebarde, um die Konsole zu zertrümmern.

„Warte!“, Taren fuhr herum. Mit einer Bewegung, die so schnell war, dass sie kaum zu sehen war, zog er seine Waffe. Eine orangefarbene Plasmaklinge schoss mit einem peitschenden Zischen hervor und blockierte den Schlag der Hellebarde knapp vor der Konsole. Funken sprühten, als die beiden Energiewaffen aufeinanderprallten.

Seren weitete die Augen hinter ihrem Visier. „Du bist ein Jedi!“

„Ich habe dir gesagt, ich bin ein Scout“, erwiderte Taren, während er dem Druck ihrer Waffe standhielt. Seine Muskeln spannten sich an. „Und als Scout sage ich dir: Wenn du das jetzt zerstörst, sperrst du uns hier ein. BD-1, saug die Daten auf! Jede Zeile davon!“

BD-1 piepte aufgeregt und seine roten Scan-Lichter flogen über das Hologramm, während er die uralten Navigationsdaten in seinem internen Speicher sicherte.

„Du Verräter!“, zischte Seren und wirbelte herum, um sich aus dem Waffenclash zu lösen. Sie führte einen schnellen, eleganten Tritt gegen Tarens Brust aus, der ihn taumeln ließ. Doch bevor sie erneut angreifen konnte, schlug das Schicksal in Form des Imperiums zu.

Das riesige, versiegelte Tor der Ersten Expedition vor ihnen erzitterte. Die runenverzierten Segmente begannen sich von innen heraus zu drehen, als ein lautes mechanisches Klicken das Entriegeln des Siegels verkündete. Aber es war nicht die Konsole, die es geöffnet hatte.

Hinter dem Tor, in einem frisch freigesprengten Tunnel, standen nicht die Fluchtwege der Alten Entdecker. Dort stand eine Phalanx aus tiefschwarzen Rüstungen. Purge Trooper, die Elektrostäbe bereits aktiviert, flankierten eine Gestalt in einer makellosen, weißen imperialen Uniform.

Großadmiral Vance trat in den Raum, die Hände elegant hinter dem Rücken verschränkt. Ein kaltes, kalkulierendes Lächeln lag auf seinen Lippen, während sein Blick über die Kosmische Matrix und die beiden blockierten Kämpfer schweifte.

„Ah“, sagte Vance, seine Stimme ruhig und melodisch, fast wie die eines Lehrers, der eine Klasse betritt. „Die Archäologie des Imperiums ist wahrlich eine exakte Wissenschaft. Vielen Dank, dass Sie das Tor für uns geöffnet haben.“

Inoffizielle, nicht-kommerzielle Star-Wars-Fan-Fiction. Keine Verbindung zu oder Autorisierung durch Lucasfilm Ltd. oder The Walt Disney Company.