Das typische blaue Leuchten des Hyperraums flutete durch die Sichtfenster der Stinger Mantis und tauchte den Gemeinschaftsraum in ein unwirkliches Licht. Seren Vael stand steif am Tisch der Holo-Karte, die Arme vor der Brust verschränkt. Sie hatte ihre Helmmaske abgenommen; ihre Züge waren makellos, aber ihre Augen spiegelten eine tiefe, innere Unruhe wider.
Merrin saß mit angewinkelten Beinen auf der Couch und beobachtete sie schweigend, während Cal in der Ecke stand und BD-1 half, die leicht beschädigten Sensoren an seinem Fuß zu reparieren.
Taren saß am Tisch, die Brille auf die Stirn geschoben, und reinigte konzentriert die Linse seiner Scout-Maske.
„Du bist ruhig, Jägerin“, durchbrach Merrin die Stille. Ihre Stimme war wie gewohnt sanft, barg aber ein feines Testen. „Vermisst du bereits die kalten Mauern deines Konklaves?“
Seren sah nicht auf. „Ich versuche zu verstehen, was das hier ist. Ihr seid ein Jedi, dessen Orden vernichtet wurde. Eine Hexe, deren Schwestern tot sind. Und ein Droide, der sich verhält wie ein lebendiges Wesen.“ Ihr Blick wanderte zu Taren. „Und du... du besitzt keine Ausbildung, keine Disziplin des Geistes. Du nutzt die Macht, als wäre sie ein bloßes Werkzeug, um Schrott zu finden und Abgründe zu überspringen. Wer bist du, Scout?“
Taren hielt inne. Er blickte auf seine Maske, dann zu Seren. Ein mattes Lächeln stahl sich auf sein Gesicht.
„Ich bin niemand, der in eure Schubladen passt, Seren“, sagte er ruhig. „Die Jedi sahen die Macht als ein großes Mysterium, dem man sein Leben verschreibt. Die Sith sahen sie als Waffe. Und dein Konklave nutzt sie wohl wie eine präzise Rechenmaschine. Für mich... für mich ist sie einfach der Wind, der mich antreibt. Ich bin ein Wanderer zwischen den Welten. Ich sammle die Bruchstücke auf, die ihr alle auf euren heiligen Pfaden verliert.“
Cal sah von BD-1 auf und nickte zustimmend. „Als ich Taren traf, dachte ich auch, er müsste ein versteckter Padawan sein. Aber er hat mir gezeigt, dass die Galaxis sich nicht um unsere alten Regeln schert. Manchmal braucht es jemanden, der außerhalb der Mauern steht, um zu sehen, wohin der Weg überhaupt führt.“
BD-1 stieß ein zustimmendes, melodisches Trillern aus und hüpfte vom Tisch direkt vor Seren. Er projizierte ein kleines, sanft flackerndes Hologramm des Vaal-Korridors in die Luft – die Routen, die Taren kartografiert hatte.
Seren starrte auf die Linien. Sie begriff in diesem Moment, dass Taren Wayfarer nicht gekommen war, um ihre Welt zu zerstören. Er war der Einzige, der fähig war, die Brücke zwischen der Isolation des Konklaves und der unbarmherzigen Realität der restlichen Galaxis zu schlagen. Sie atmete tief aus, und zum ersten Mal entspannten sich ihre Schultern ein wenig.
„Ein Wanderer zwischen den Welten...“, murmelte sie, und das Wort verlor seinen feindseligen Klang. „Dann hoffe ich für uns alle, Wanderer, dass deine Pfade uns nicht direkt in den Schlund des Imperiums führen.“