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KAPITEL 17

Sekunden des Überlebens

Die Cockpitscheibe der Stinger Mantis erzitterte unter dem unbarmherzigen Trommelfeuer der imperialen Abfangkreuzer. Cal presste die Zähne zusammen, während er das Steuerhorn nach links riss, um einer Kaskade aus grünen Turbolaser-Salven auszuweichen.

„Die Heckschilde brechen ein!“, rief Merrin von der Co-Pilotenseite und ihre Finger flogen über das Kontrollpult, während grüne Magie-Funken kurz über die Anzeigen tanzten, um die überlasteten Relais zu stabilisieren.

Cal warf einen schnellen Blick auf das leere Holo-Terminal hinter sich. Das vertraute, beruhigende Piepen von BD-1 fehlte. Ein flaues Gefühl breitete sich in seiner Magengegend aus, aber er wusste, dass der kleine Droide unten auf dem Landeplatz bei Seren dringender gebraucht wurde. „Ich überbrücke die Hilfsenergie direkt vom Hyperraumantrieb auf die Schilde!“, rief Cal gegen das Heulen der Triebwerke an und betätigte mit der linken Hand die manuellen Hebel über seinem Kopf. Die Anzeigen flackerten kurz rot auf, bevor sich der Schildvektor im Heck stabilisierte. „Haltet euch da unten wacker, Kleiner...“, murmelte er leise.

„Sie laden die primären Turbolaser!“, brüllte Cal, während die Sensoren der Mantis schrill aufheulten. Die roten Warnleuchten spiegelten sich auf seiner schweißnassen Stirn. „Sie zielen direkt auf Serens Koordinaten. Wenn sie feuern, bleibt von der Ionenkanone und dem halben Tal nur noch Asche übrig!“

Taren starrte auf das gigantische Sichtfenster. Die Iron Vanguard öffnete ihre massiven Geschützluken am Bauch des Schiffes. Ein unheilvolles, grünes Glühen sammelte sich in den Läufen der Turbolaser.

„Greez, flieg uns direkt in den Sensorgraben der Brücke!“, befahl Taren, seine Stimme scharf wie eine Vibroklinge. „Wir müssen ihre Zielerfassung physisch blockieren. Merrin, wir brauchen das ganz große Besteck.“

Merrin trat zwischen die Pilotensitze. Ihre Augen brannten jetzt in einem hellen, unheimlichen Smaragdgrün. Sie hob die Arme, und ein dichter, nebliger Schleier aus purer Dathomir-Magie fraß sich durch die Lüftungsschlitze der Mantis nach draußen. Sie leitete die Energie nicht mehr nur in die Systeme des eigenen Schiffes – sie feuerte ein massives, magisches Störsignal direkt in die Sensoren-Phalanx des Sternzerstörers.

„Sie wollen Asche?“, flüsterte Merrin, während der grüne Nebel die Brückenfenster der Iron Vanguard von außen umschlang. „Dann sollen sie blind im eigenen Feuer verbrennen.“

Auf der imperialen Brücke brach Chaos aus. Die Monitore flackerten, die Zielcomputer zeigten plötzlich keine Daten mehr, sondern uralte, glühende Runen.

„Wir haben keine Sicht!“, schrie ein Brückenoffizier. „Die Steuerungsmatrix kollabiert! Großadmiral, wir können den Schuss nicht kalibrieren!“

Großadmiral Vance trat vor, seine Finger gruben sich so fest in das Geländer, dass seine Knöchel weiß anliefen. „Blind feuern! Richtet die Batterien nach den letzten bekannten Koordinaten aus! Feuert!“

Die Turbolaser zischten los. Doch durch Merrins Täuschung und Cals präzises Ablenkungsmanöver, bei dem er die Mantis haarscharf vor den Geschützläufen vorbeiriss, streuten die gigantischen Energiestrahlen. Sie trafen nicht das Herz der Verteidigungsanlage, sondern brannten tiefe, brodelnde Krater in die umliegenden Bergketten.

Sie hatten Seren die nötige Zeit erkauft. Aber im Orbit fingen die Schilde der Mantis unter dem gewaltigen Rückstoß der imperialen Flak Feuer. „Wir stürzen ab!“, schrie Greez. „Haltet euch fest!“

Am Boden, tief unter der Erde in den kühlen, steinernen Hallen der Ionenkanone, war die Lage nicht weniger dramatisch. Das Beben der imperialen Fehlschüsse ließ die Decken des Kontrollraums bröckeln. Staub regnete auf die uralten Konsolen hinab.

Am Boden war das Donnern des Orbitalkampfes nur noch als ein dumpfes, rhythmisches Grollen in den Eingeweiden der alten Steinruinen zu hören. Seren drückte sich flach gegen die feuchte Wand des Kontrollraums. Die Ablenkung funktionierte: Die imperialen Wachen starrten gebannt auf ihre Holo-Projektoren, die den dramatischen Luftkampf über der Atmosphäre anzeigten, und liefen hektisch durcheinander.

Seren nutzte den Moment. Mit schnellen, lautlosen Schritten huschte sie an das zentrale Terminal, das die uralte Ionenkanone steuerte. Doch als sie die Abdeckung aufriss, fluchte sie leise. Die Konsole war mit einer modernen, imperialen Verschlüsselung gesperrt – weit über dem, was ihre Ausrüstung knacken konnte.

In diesem Moment sprang ein kleiner, zweibeiniger Droide von Serens Schulter. BD-1 landete mit einem metallischen Klacken auf dem Schaltpult.

„Mach schon, Kumpel“, flüsterte Seren, während sie die Gänge im Auge behielt.

BD-1 verlor keine Zeit. Sein Scomp-Link fuhr mit einem vertrauten Summen aus und klinkte sich direkt in den Datenport der imperialen Konsole ein. Seine internen Schaltkreise arbeiteten auf Hochtouren, während sein Kopf hektisch hin und her zuckte und die roten Warnlichter des Terminals nach und nach auf ein stabiles Blau umschalteten. Mit einem lauten, mechanischen Klacken erwachten die uralten Generatoren tief unter ihnen zum Leben. Ein grelles, blaues Leuchten breitete sich auf den massiven Energiespulen der Ionenkanone aus. Sie war feuerbereit.

BD-1 stieß einen schrillen, triumphalen Pfeifton aus. Das rote Licht auf dem Terminal sprang um.

„Planetare Verteidigungsmatrix online. Primärgeschütz geladen.“

„Guter Junge!“, rief Seren. Sie packte den manuellen Haupthebel der Ionenkanone. Durch das dicke Glasdach des Kontrollraums sah sie, wie die gigantische, schneeweiße Laufkonstruktion der Kanone im Wald nach oben fuhr und sich direkt auf den Bauch der Iron Vanguard ausrichtete, die brennend in der Atmosphäre hing.

Seren blickte nach oben, dorthin, wo sie die Mantis im Feuersturm wusste.

„Das ist für mein Volk“, flüsterte sie. „Und für die Galaxis.“

Mit aller Kraft riss sie den Hebel nach unten.

Ein Strahl aus purem, blauem Plasma, so breit wie ein Wolkenkratzer, schoss mit einem ohrenbetäubenden Donnern in den Himmel. Die Energie war so gewaltig, dass die Wolken im Umkreis von Kilometern weggesprengt wurden. Der Strahl traf die Iron Vanguard mitten in den vorderen Schildgeneratoren, fraß sich durch die Panzerung und hüllte den gesamten Sternzerstörer in ein Netz aus zuckenden, blauen Blitzen.

Oben im Orbit erloschen die Lichter des imperialen Leviathans. Die Triebwerke starben ab. Der Riese begann zu taumeln.

Inoffizielle, nicht-kommerzielle Star-Wars-Fan-Fiction. Keine Verbindung zu oder Autorisierung durch Lucasfilm Ltd. oder The Walt Disney Company.