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KAPITEL 57

Der wandelnde Schatten

Das leise, gequälte Heulen von überlasteten Ionentriebwerken hallte durch die äußeren, noch unversiegelten Schluchten der Vaal-Zuflucht . Malakors Theta -Shuttle, eine rauchende Klinge aus geschwärztem Metall, schleifte über den scharfkantigen Ferro-Magnetit-Boden. Flügel brachen sprühend ab, Funken regneten in das Vakuum der Kaverne, bis das Wrack schließlich mit einem dumpfen, metallischen Einschlag in einer tiefen Staubschicht zum Stillstand kam.

Einen langen Herzschlag lang rührte sich nichts. Nur das Zischen von austretendem Kühlmittel durchbrach die künstliche Stille.

Dann detonierte die Einstiegsluke von innen heraus. Ein brutaler Macht-Stoß riss das dicke Metall aus den Verankerungen und schleuderte es tief in die Dunkelheit des Asteroiden. Aus dem glühenden Inneren des Wracks trat Malakor.

Seine imperiale Silhouette war gezeichnet. Die schwere Rüstung wies tiefe Kratzer auf, ein Teil seines Umhangs war verbrannt, und das mechanische Atmen seiner Maske klang rasselnd, ungleichmäßig – beschädigt durch die immense Schwerkraft der Falle, der er nur knapp entronnen war. Doch in seiner rechten Hand ruhte unerschütterlich der zylindrische Griff seiner Urteilsklinge. Er ging nicht schnell. Er stürmte nicht vorwärts. Er schritt voran mit der langsamen, furchteinflößenden Unaufhaltsamkeit eines Albtraums, der tiefer in den Berg kriecht.

In den vorderen Kontrollgängen der Verteidigungslinie hatten sich sechs Schatten-Jägerinnen in den Nischen des glasierten Felses verschanzt. Ihre modifizierten Blastergewehre waren auf den rauchenden Hangar-Eingang gerichtet. Sie hatten das Vergehen des Sternenzerstörers gesehen, sie hatten Tarens Triumph miterlebt – doch als sie die Gestalt des Inquisitors aus dem Nebel treten sahen, griff das kalte Entsetzen nach ihren Herzen.

„Feuer!“, rief die Anführerin der kleinen Einheit.

Ein dichter Hagel aus roten Plasma-Bolzen flutete den finsteren Gang. Das Leuchten der Schüsse erhellte die feuchten Wände für Sekundenbruchteile.

Malakor hob nicht einmal die Hand zur Abwehr.

Zisch-Klong.

Das blutrote Lichtschwert erwachte mit einem hohlen, bedrohlichen Summen zum Leben. In einer Reihe von minimalistischen, fast beiläufigen Bewegungen lenkte Malakor die herannahenden Blasterschüsse ab. Die tödlichen Energieladungen schlugen links und rechts von ihm in den Stein ein, ließen Trümmer regnen, aber kein einziger Bolzen berührte seine Rüstung.

Er war nun auf dreißig Meter herangekommen. Die Jägerinnen versuchten nachzuladen, doch Malakor machte eine scharfe, reißende Bewegung mit der linken Hand.

Der unsichtbare Griff der Dunklen Seite packte die schweren Frachtcontainer, die den Frauen als Deckung dienten, und riss sie mit brutaler Gewalt beiseite. Die Jägerinnen wurden von der kinetischen Welle von den Beinen geholt und gegen die harten Erz Wände geschleudert. Malakor hielt nicht an, um den Todesstoß zu versetzen. Er würdigte sie keines Blickes. Er suchte nicht nach Soldaten. Er folgte der brennenden Fährte der Jedi-Präsenz, die wie ein Leuchtfeuer tiefer im Inneren der Zuflucht pulsierte.

Im zentralen Sektor der Kolonie, nur wenige hundert Meter hinter den überrannten Verteidigungslinien, blockierte Taren die großen Hangar Tore. Seine Finger zitterten leicht auf dem Terminal, als er die Sicherheitsmeldungen las.

„Er ist durch den äußeren Ring“, flüsterte Taren, während er das Datenpad an Cals Gürtel mit den internen Sensoren synchronisierte. „Die Jägerinnen konnten ihn nicht aufhalten. Seine Schritte… er bewegt sich direkt auf die Hauptbiosphäre zu. Er bricht durch die Schotts, als wären sie aus Papier.“

Cal Kestis trat vor das Schott, das in die dämmrigen Gänge führte. Er legte die Hand an seinen Lichtschwertgriff. Das saphirblaue Leuchten der Anomalie spiegelte sich auf den Metallplatten seiner Kleidung wider.

„Er will keine Armee mehr“, sagte Cal leise, seine Stimme schwer von der Gewissheit des kommenden Kampfes. „Er will uns. Und er wird nicht aufhören, bis er vor uns steht.“

Merrin trat an Cals Seite, der grüne Nebel tanzte bereits wie eine giftige Schlange um ihre Finger. „Lass ihn kommen. Dieser Berg ist jetzt unsere Heimat, Jedi. Und hier drinnen bestimmen wir die Regeln.“

Der Showdown hatte begonnen – nicht mit dem Donnern von Flotten, sondern mit dem langsamen, rhythmischen und rasselnden Atemzug eines sterbenden Imperiums, das Schritt für Schritt näher an die Tore der Zuflucht rückte.

Inoffizielle, nicht-kommerzielle Star-Wars-Fan-Fiction. Keine Verbindung zu oder Autorisierung durch Lucasfilm Ltd. oder The Walt Disney Company.