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KAPITEL 21

Die kalte Logik der Ordnung

Die Brücke der Iron Vanguard war in ein steriles, bläuliches Notlicht getaucht. Funken sprühten aus den überlasteten Relaisstationen des Sensorgrabens. Überall drängten imperiale Techniker und Offiziere, um die ausgebrannten Systeme des Giganten manuell zu überbrücken. Nach dem verheerenden Ionenbeschuss aus dem Dschungel war der kilometerlange Sternzerstörer wie ein waidwunder Leviathan in die obere Atmosphäre gesackt, gehalten nur noch von den automatischen Not-Antigravitationspolstern.

Mitten in diesem Chaos stand Großadmiral Theron Vance völlig unbeweglich am Sichtfenster. Er hatte eine Hand hinter dem Rücken verschränkt. Seine schneeweiße Uniform wies nicht einen einzigen Fleck auf, und seine eisblauen Augen fixierten den grünen Planeten unter ihm mit einer Ruhe, die gefährlicher war als jeder Wutausbruch. Das Konklave hatte ihn überrascht, doch für einen Mann wie Vance war eine Überraschung lediglich eine neue Variable, die es zu eliminieren galt.

Ein leitender Brückenoffizier trat mit zitternden Knien von hinten an ihn heran. „Großadmiral... die Schäden durch die planetare Kanone sind immens. Sechs unserer primären Schildgeneratoren sind vollständig geschmolzen. Die Reaktoren laufen auf knapp dreißig Prozent. Wenn wir die Triebwerke jetzt hochfahren, riskieren wir eine Kernschmelze in Sektor Sieben.“

Vance drehte sich langsam um. Sein Gesichtsausdruck war entspannt, ein sanftes, fast väterliches Lächeln lag auf seinen Lippen. Er legte dem Offizier eine Hand auf die Schulter. Seine Stimme war leise, melodisch und strömte eine hypnotische Sicherheit aus.

„Lieutenant, was unterscheidet das Imperium von den wilden Stämmen dieser Galaxis?“, fragte Vance ruhig.

„Die... die Disziplin, Sir?“, stammelte der Mann.

„Die Effizienz“, korrigierte Vance sanft und drückte die Schulter des Mannes etwas fester, gerade genug, um den Schmerz darunter spürbar zu machen. „Und die Bereitschaft, Opfer für das größere Ganze zu bringen. Leiten Sie die Kühlflüssigkeit aus den Mannschaftsquartieren der Decks Zwölf bis Fünfzig direkt in den Hauptreaktor. Fluten Sie die Kammern. Wir brauchen die Triebwerke. Jetzt.“

Der Offizier sperrte den Mund auf. „Aber Großadmiral... auf diesen Decks befinden sich tausende Arbeiter der Wartungscrews. Wenn wir die Kühlung dort absperren und die Hitze umleiten, werden sie—“

„Sie werden als Helden der Neuen Ordnung sterben, Lieutenant“, unterbrach Vance ihn mit unveränderter, charismatischer Sanftheit. „Führen Sie den Befehl aus. Oder ich werde jemanden finden, der Ihren Posten mit mehr Entschlossenheit ausfüllt.“

Der Offizier schluckte den Kloß in seinem Hals hinunter, salutierte hastig und rannte zu den Konsolen. Wenige Minuten später erzitterte das gigantische Schiff. Ein tiefes, unheilvolles Grollen ging durch die Iron Vanguard , als die riesigen Ionendüsen am Heck mühsam, aber unaufhaltsam wieder anliefen. Das blaue Glühen kehrte zurück. Vance hatte den Koloss durch reine Brutalität wieder zum Leben erweckt.

Aus dem Schatten des Brückenaufgangs trat Malakor. Der Sith-Kultist atmete schwer, seine dunklen Roben waren versengt und seine Hand war nach dem Kampf gegen Cal und Taren mit einem provisorischen, schwarzen Verband umwickelt. Seine gelben Augen brannten vor unterdrückter Wut.

„Der Jedi und der Junge... sie haben die Jägerin gerettet“, zischte Malakor. „Sie verstecken sich in den Wäldern. Lass mich meine Truppen tiefer in die Höhlen führen. Ich werde ihre Knochen brechen.“

Vance blickte auf den Holotisch, auf dem die topografische Karte der Hauptwelt des Konklaves flackerte. Seine Augen scannten die dichten Wälder und die versteckten Städte, die sich nun schutzlos vor ihm ausbreiteten.

„Du denkst wie ein Schlachter, Malakor“, sagte Vance, und ein Hauch von Amüsement schwang in seiner Stimme mit, während er sich ein Staubkorn von der Uniform strich. „Ein Krieg am Boden kostet Zeit und Ressourcen. Und ich schätze meine Ressourcen sehr. Das Konklave hat uns gezeigt, dass es Zähne hat. Das respektiere ich. Aber jetzt werde ich ihnen zeigen, was passiert, wenn man sich der Ordnung verweigert.“

Vance wandte sich an den Kommunikationsoffizier. „Öffnen Sie einen Breitband-Kanal auf allen Frequenzen dieser Welt. Jedes Kom-Link, jedes Terminal, jedes zivile Radio soll mich hören.“

Der Offizier nickte und drückte die Tasten. Ein grünes Licht signalisierte, dass die Leitung stand.

Vance trat vor das Mikrofon. Als er sprach, nutzte er wieder diese einnehmende, warme Aura, die wie die Stimme eines gütigen Herrschers klang, der nur das Beste für seine Untertanen wollte – was sie nur umso furchteinflößender machte.

„Bürger des Vaal-Konklaves“, begann Vance, und seine Stimme echote gleichzeitig im Hohen Dom, in den tiefen Höhlensystemen und im Cockpit der versteckten Stinger Mantis . „Hier spricht Großadmiral Theron Vance. Ihr habt euch jahrhundertelang hinter euren Mauern versteckt, im Glauben, ihr könntet dem Fluss der Geschichte entgehen. Heute haben eure Anführer bewiesen, dass sie bereit sind, euer Leben für einen aussichtslosen Widerstand zu opfern. Sie haben mein Schiff angegriffen. Sie haben Chaos über eure Welt gebracht.“

Er machte eine kurze, dramatische Pause.

„Ich bin nicht gekommen, um euch zu vernichten. Das Imperium bringt Stabilität. Daher biete ich euch eine Wahl: Liefert mir die Besatzung des Schiffes Stinger Mantis , den Scout Taren Wayfarer und die flüchtige Jägerin Seren Vael innerhalb der nächsten zwei Standardstunden aus. Wenn ihr kooperiert, wird das Konklave als protektorierte Welt unter imperialem Schutz weiterbestehen.“

Vances Stimme wurde merklich kälter, die Wärme wich einer schneidenden, absoluten Endgültigkeit.

„Sollte das Ultimatum verstreichen, ohne dass die Verräter übergeben werden, werde ich die Iron Vanguard direkt über eurer Hauptstadt positionieren. Und ich werde das planetare Schiffs-Bombardement einleiten. Ich werde dieses Glashaus von oben zertrümmern, bis nichts als Staub übrig ist. Die Zeit läuft.“

Die Verbindung brach ab.

Auf der Brücke trat Vance wieder an das Sichtfenster und blickte hinab auf die grün-blaue Welt, während das tiefe Summen der hochfahrenden Turbolaser das Schiff erneut erbeben ließ. Er hatte die Schlinge zugezogen. Nun lag es an den Überlebenden, wie fest sie sich zuzog.

Inoffizielle, nicht-kommerzielle Star-Wars-Fan-Fiction. Keine Verbindung zu oder Autorisierung durch Lucasfilm Ltd. oder The Walt Disney Company.