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KAPITEL 25

Im Rachen des Sternzerstörers

Das Summen der magnetischen Eindämmungsfelder im Haupthangar der Iron Vanguard war ohrenbetäubend. Großadmiral Vance stand mit hinter dem Rücken verschränkten Händen auf dem Aussichtsdeck, flankiert von zwei Dutzend Sturmtruppen und einer Elite-Einheit von Purge-Troopern. Seine Miene war gewohnt ruhig, fast väterlich gelassen, als die Stinger Mantis schwerfällig durch den Schild glitt und auf den glänzenden schwarzen Bodenplatten aufsetzte.

Doch die Ruhe war eine Illusion.

Noch bevor die Einstiegsrampe der Mantis den Boden berührte, riss eine gezielte Explosion – ausgelöst durch eine von Taren modifizierte Energieladung – die primäre Kontrollkonsole des Hangars in Stücke. Die Lichter flackerten, Sirenen heulten auf, und das grüne Mündungsfeuer von Cals und Tarens Waffen eröffnete das Inferno.

„Jetzt oder nie! Bringt uns zu dem Ventil!“, rief Cal, während er mit einer fließenden Bewegung sein blaues Lichtschwert aktivierte und die ersten Blasterschüsse präzise in die Ränge der Sturmtruppen zurücklenkte.

Taren stürmte an Cals Seite aus dem Schiff. Seine Brille reflektierte das wilde Aufblitzen der Schüsse. Mit seinem modifizierten Blaster feuerte er in schneller Abfolge, während seine Augen den Raum scannten. Sein Scout-Sinn lief auf Hochtouren: Die Energieströme der Triebwerke pulsierten direkt hinter einer massiven, mit schweren Rohren verkleideten Wartungswand am östlichen Ende des Hangars.

„Da drüben!“, schrie Taren durch seine Maske. „Das ist die Gittermatrix, die BD gefunden hat! Wenn wir die Leitungen kappen, staut sich die Hitze direkt in den Reaktor!“

Der Plan schien perfekt aufzugehen. Während Merrin den Hangar in dichten, smaragdgrünen Nebel hüllte und die imperialen Soldaten mit Phantomen in die Irre trieb, schnitt sich Seren Vael mit ihrer Cortosis-Hellebarde wie ein eiserner Wirbelwind durch die Linien der Purge-Trooper. Das Konklave mochte isoliert gewesen sein, aber ihre Jäger waren für den Kampf gegen Übermächte trainiert worden. Ihre Klinge wirbelte herum, blockte Elektrostäbe und schuf den Raum, den Taren und Cal brauchten.

Taren erreichte die Wartungswand. Seine Finger flogen über sein tragbares Datapad, während BD-1 von Cals Rücken absprang und sein Scomp-Link-Kabel in das Terminal der Wand jagte.

„Die Überlastung läuft!“, rief Taren triumphierend. „Noch dreißig Sekunden, dann fliegt uns der Laden hier um die Ohren!“

Doch das Gleichgewicht der Schlacht kippte mit schrecklicher Brutalität.

Ein brennendes, tiefes Grollen durchschnitt den Lärm des Gefechts. Ein blutrotes Lichtschwert schnitt sich von oben durch die Deckenplatten des Hangars. Mit einem dumpfen Aufprall landete Malakor inmitten des Nebels. Seine gelb brennenden Augen fixierten Cal mit absolutem, mörderischem Hass.

Bevor jemand reagieren konnte, stieß Malakor eine gewaltige Welle der Macht aus. Die unsichtbare Energie traf die Gruppe wie eine physische Mauer. Merrins Zauber zerriss augenblicklich. Seren wurde metertief gegen das Fahrgestell der Mantis geschleudert und blieb keuchend liegen, ihre Hellebarde glitt ihr aus den Händen.

Noch schlimmer traf es die Technik: Der Macht-Stoß riss das Terminal an der Wartungswand komplett aus der Verankerung. Taren wurde weggeschleudert, sein Datapad zersplitterte auf dem Boden, und BD-1 wurde mit einem metallischen Jammern quer über die Landebahn katapultiert.

„Jedi-Abschaum!“, zischte Malakor, während er seine rote Klinge in einem tödlichen Bogen schwang. „Ihr dachtet, ihr könnt den Zorn des Imperiums mit Schrottplatz-Tricks besiegen?“

Großadmiral Vance nutzte das Chaos sofort. Auf sein Handzeichen hin riegelten schwere Panzerschotten den Bereich um das thermische Ventil ab. Die Kontrollsysteme schalteten auf ein manuelles Backup um – die automatisierte Sabotage war blockiert. Taren und Cal waren plötzlich abgeschnitten, umzingelt von nachrückenden imperialen Truppen, während Malakor Cal in ein brutales, hasserfülltes Duell verwickelte. Jede Parade von Cal wirkte schwerer, Malakors roter Zorn drückte ihn unbarmherzig zurück. Das Gleichgewicht hatte sich vollständig zugunsten des Imperiums verschoben.

Taren rappelte sich auf, der Geschmack von Blut im Mund. Er sah das zersplitterte Datapad – der technologische Vorteil war dahin. Doch dann wanderte sein Blick zu Seren, die sich mühsam aufrichtete, und zu BD-1, der sich schüttelte und seine Linsen wieder scharf stellte.

Wanderer zwischen den Welten. Es gab keine klaren Linien mehr. Keine Technologie der Außenwelt und keine starre Taktik des Konklaves würde sie hier alleine retten. Sie mussten ihre Extreme verschmelzen.

„Seren!“, rief Taren und rannte los, nicht weg von der Gefahr, sondern mitten in das Kreuzfeuer hinein. „Ich brauche keine Befehle mehr! Ich brauche deine Klinge! Wir müssen die Panzerschotten manuell überbrücken, aber die Leitungen stehen unter Hochspannung. Wenn ich sie anfasse, verbrenne ich!“

Seren sah ihn an. In ihren Augen lag kein Hass mehr, sondern die eiserne Entschlossenheit einer Jägerin, die ihre wahre Pflicht erkannt hatte. Sie verstand sofort, was der Scout vorhatte.

„Ich halte den Strom auf“, erwiderte sie mit fester Stimme.

Während Cal mit letzter Kraft Malakors wütende Schläge parierte und Merrin mit kurzen Teleportationen die Blasterschüsse der Sturmtruppen von den beiden ablenkte, starteten Taren und Seren ihren koordinierten Gegenangriff.

Seren stürmte vor, sprang über ein brennendes Wrackteil und rammte ihre Cortosis-Hellebarde mit voller Wucht direkt in den primären Energieknotenpunkt über dem Panzerschott. Das Cortosis-Material absorbierte die gigantische elektrische Ladung, ein gewaltiger blauer Lichtblitz zuckte durch die Waffe, doch Seren hielt den Griff mit schmerzverzerrtem Gesicht fest. Die Schotten flackerten und sprangen durch den Kurzschluss ein Stück weit auf.

„Taren! Jetzt!“, schrie sie.

Taren zögerte keine Millisekunde. Er rutschte unter dem halb geöffneten Schott hindurch, direkt in den heißen, dampfenden Schacht des Ventils. Ohne Datapad gab es nur noch eine Option: rohe, mechanische Improvisation.

BD-1 war bereits an seiner Seite. Der kleine Droide feuerte seinen Elektro-Pfeil direkt in den blockierten mechanischen Stellmotor des Ventils, den er zuvor auf dem Hologramm gesehen hatte. Das Ventil kreischte auf, blockierte kurz – und Taren rammte seine schwere Scrapper-Klinge mit seinem gesamten Körpergewicht mitten in das glühende Zahnrad.

Knack.

Das Zahnrad brach. Das Ventil schloss sich vollständig. Der thermische Rückstau des Sternzerstörers war nicht mehr aufzuhalten.

Ein ohrenbetäubendes, tiefes Pfeifen ging durch die Wände der Iron Vanguard . Die Kontrollleuchten im Hangar sprangen synchron von Blau auf ein warnendes, rasendes Rot.

Malakor hielt mitten in einer Aufwärtsbewegung inne, als das gesamte Deck unter seinen Füßen erbebte. Die Verbindung zu seinem Reaktor war gekappt – und der Zerstörer begann bereits, sich von hinten selbst zu zerreißen.

„Das Schiff fällt!“, schrie der imperiale Wachführer in Panik, und die Disziplin der Sturmtruppen löste sich im Bruchteil einer Sekunde auf.

Cal nutzte Malakors Moment der Verwirrung, stieß ihn mit einem mächtigen Macht-Schub tief in den brennenden Abgrund des offenen Wartungsschachts und wirbelte herum. „Zurück zur Mantis ! Sofort!“

Taren half Seren auf, die ihre Hellebarde wieder fest umklammerte. Sie blickten sich für einen kurzen Moment an – der Scout aus dem Schrott und die Jägerin des Konklaves. Sie hatten nicht als Soldaten überlebt, sondern als Wanderer, die im tiefsten Grau den gemeinsamen Weg gefunden hatten.

Gemeinsam sprinteten sie die Rampe der Mantis hinauf, während hinter ihnen die ersten Triebwerksexpansionen den Hangar der Iron Vanguard in ein flammendes Inferno verwandelten.

Inoffizielle, nicht-kommerzielle Star-Wars-Fan-Fiction. Keine Verbindung zu oder Autorisierung durch Lucasfilm Ltd. oder The Walt Disney Company.