WAYFARER ARCHIVE // LESEMODUS
Kapitelübersicht
KAPITEL 52

Die Bildhauer des Kosmos

Die Schwärze im Inneren des größten hohlen Asteroiden, den das Konklave ehrfürchtig Vaal-Zuflucht getauft hatte, war absolut. Nur die Scheinwerfer der Mantis und zweier schwerer Frachter schnitten kegelförmig durch den uralten, gefrorenen Staub. Die Wände bestanden aus tiefschwarzem Ferro-Magnetit-Erz, durchzogen von glitzernden Adern seltener Metalle – das perfekte Material, um Tarens Resonanzschleife zu verankern.

Cal Kestis stand auf einer schwebenden Arbeitsplattform mitten im gigantischen Hohlraum. Er hatte die Augen geschlossen, die Beine leicht gebeugt, um das Gleichgewicht im schwachen, künstlich erzeugten Gravitationsfeld der Plattform zu halten. Sein Atem ging ruhig. Er suchte nicht nach einem Feind; er suchte nach der Verbindung zum Stein.

Als er die Hände hob, begann die Macht durch ihn zu fließen – nicht als Waffe, sondern als ein Werkzeug unendlicher Präzision.

Vor ihm zitterte die massive, unnachgiebige Erzwand. Dann, mit einem dumpfen, vibrierenden Grollen, das sich durch das Metall der Plattform bis in seine Stiefel übertrug, begann der Stein nachzugeben. Cal formte die Macht wie einen unsichtbaren, gigantischen Meißel. Er grub tiefe, geometrisch perfekte Tunnel in das Innere des Asteroiden, schuf breite Stollen für die zukünftigen Wohnquartiere und weitläufige Kavernen, in denen die Biosphären-Module platziert werden sollten. Es war eine körperliche und geistige Meisterleistung. Schweißperlen traten auf seine Stirn, doch unter seinen Händen entstand Raum für Tausende von Seelen.

„BD, zeichne die strukturellen Linien auf“, keuchte Cal leise. Der kleine Droide auf seiner Schulter fiepte zustimmend und projizierte ein blaues Gitternetz auf die frisch geschlagenen Wände, um sicherzustellen, dass die Stabilität des Asteroiden nicht gefährdet wurde.

Direkt hinter Cal, auf der gegenüberliegenden Seite des im Bau befindlichen Tunnels, schwebte Merrin. Ihre Hände waren von einem dichten, smaragdgrünen Nebel umhüllt. Wo Cal den Fels brach, hinterließ er raue, poröse Oberflächen und mikroskopische Risse, durch die später die künstliche Atmosphäre der Kolonie entweichen würde.

Hier begann Merrins Arbeit. Sie schloss die Augen und begann, die alte Magie der Nachtschwestern in Gesängen zu weben, die leise durch die Comm-Systeme der Arbeiter hallten.

Der grüne Nebel schoss vorwärts, legte sich wie eine flüssige, glühende Schicht über den nackten Stein und drang tief in jede Spalte ein. Die Magie reagierte mit den Ferro-Magnetiten des Asteroiden. Wo der Nebel das Erz berührte, verflüssigte sich die oberste Gesteinsschicht für Sekundenbruchteile, um dann zu einer vollkommen glatten, glasartigen und absolut luftdichten Hülle zu erstarren. Merrin versiegelte den Fels gegen die tödliche Kälte des Vakuums. Es war eine Fusion aus jener uralten Hexerei von Dathomir und der rohen Geologie dieses unkartierten Sektors.

Am Boden der Kaverne leitete Taren das Ausladen der ersten Biosphären-Kuppeln. Er blickte nach oben, wo Cals unsichtbare Kraft den Stein formte und Merrins grünes Feuer die Wände glasierte.

„Sieh sie dir an“, sagte Seren, die neben ihm auf eine Kiste mit Induktionskabeln stieg. Ihr Blick war starr nach oben gerichtet. „Ein Jedi und eine Nachtschwester bauen die Wiege für die Zukunft meines Volkes. Das hätte uns vor einem Jahr niemand geglaubt.“

„Sie bauen nur das Gehäuse, Seren“, sagte Taren, während er die finalen Verbindungsleitungen eines schweren Kopplungs-Generators festzog. „Wir müssen ihm Leben einhauchen.“

Taren aktivierte die primäre Relaisstation, die er in den letzten Stunden direkt mit dem versiegelten magnetischen Kern des Asteroiden verbunden hatte. Ein tiefer, saphirblauer Impuls schoss durch die von Merrin glasierten Wände. Die Resonanzschleife der Tenebris-Anomalie draußen im All klinkte sich spürbar in das Ferro-Magnetit-Gewebe der Vaal-Zuflucht ein.

Plötzlich flackerten die Lichter im Inneren der Tunnel auf – nicht mehr gespeist von den sterbenden Batterien der Frachter, sondern direkt von der unerschöpflichen Energiequelle im Herzen des Sektors. Ein warmes, beständiges Leuchten erfüllte die neuen Hallen. Die ersten Luftfilter begannen leise zu summen, und die Sensoren zeigten an, dass der Asteroid die Wärme hielt.

Taren wischte sich den Ruß aus dem Gesicht und sah Seren an. „Das erste Nest ist bereit.“

Inoffizielle, nicht-kommerzielle Star-Wars-Fan-Fiction. Keine Verbindung zu oder Autorisierung durch Lucasfilm Ltd. oder The Walt Disney Company.