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KAPITEL 54

Der Riss im saphirblauen Glas

Das Innere der Vaal-Zuflucht pulsierte inzwischen in einem gleichmäßigen, fast beruhigenden Rhythmus. Die ersten Biosphären-Kuppeln standen fest verankert auf den glasierten Ferro-Magnetit-Böden, und das Summen der atmosphärischen Konverter mischte sich mit den fernen, geschäftigen Rufen der Kolonisten. Taren hatte es geschafft: Die Energie der Anomalie floss sauber durch die künstlichen Adern der Siedlung.

Weit abseits des Lärms, auf einem unberührten Felsvorsprung, der tief in den hohlen Raum des Asteroiden ragte, saßen Cal und Merrin im dämmrigen saphirblauen Licht. Cal hatte die Augen geschlossen, die Hände entspannt auf den Knien. Er versuchte, nach den anstrengenden Stunden des Tunnelgrabens sein eigenes Zentrum in der Macht wiederzufinden. Neben ihm saß Merrin, die Beine angewinkelt, den Blick nachdenklich in die gähnende Leere der Kaverne gerichtet.

Es war ein seltener Moment des Friedens. Ein Moment, in dem die Galaxis und der endlose Krieg gegen das Imperium unendlich weit weg schienen.

Doch der Frieden war eine Illusion.

Plötzlich, ohne jede physische Vorwarnung, riss Cal die Augen auf. Sein Atem stockte. Es fühlte sich an, als würde eine eiskalte, scharfkantige Klinge direkt durch seinen Verstand gezogen. Ein stechender Schmerz explodierte hinter seinen Schläfen, so heftig, dass er sich mit einer Hand am nackten Felsen abstützen musste, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.

Gleichzeitig schoss Merrin hoch. Der smaragdgrüne Nebel ihrer Magie flammte unkontrolliert und wild um ihre Unterarme auf, funkte hysterisch im saphirblauen Licht. Ihre Pupillen waren geweitet, ihr Blick starr ins Leere gerichtet.

„Cal…“, brachte sie hervor, und ihre sonst so feste Stimme war brüchig, fast ein rauchiges Keuchen. „Es… es brennt.“

„Ich spüre es“, presste Cal durch die Zähne. Er stand langsam auf, die Hand instinktiv am Griff seines Lichtschwerts, obwohl hier kein physischer Gegner war.

Es war eine Erschütterung in der Macht von einer solch bösartigen, gierigen Intensität, wie er sie seit der Konfrontation auf Nur nicht mehr erlebt hatte. Es war nicht das dumpfe, kalte Echo des Imperiums, das zufällig an den Rand ihres Sektors stieß. Das hier war zielgerichtet. Es war ein gieriges, blutiges Auge, das sich durch den schützenden gravitativen Schleier der Tenebris-Anomalie gebohrt hatte. Ein Bewusstsein, das mit purer Abscheu, aber auch mit einem triumphierenden, rachsüchtigen Aufschrei ihre Präsenz fixiert hatte.

„Das war kein Zufall“, flüsterte Merrin, während der grüne Nebel um ihre Hände langsam verblasste, aber eine eisige Kälte in der Luft zurückließ. „Jemand hat nach uns gesucht. Nicht mit Maschinen, Cal. Mit Blut und Geist. Die Dunkelheit hat unseren Schleier berührt. Sie wissen, dass wir hier sind.“

BD-1 auf Cals Schulter stieß ein leises, besorgtes Trällern aus, seine Scheinwerfer zuckten nervös über den dunklen Stein.

„Malakor“, sagte Cal leise. Der Name schmeckte nach Asche. „Er hat uns gefunden. Ich weiß nicht wie, aber er hat den Weg durch die Dunkelheit gesehen.“

Er blickte hinab auf die provisorische Kolonie, wo die Familien des Konklaves gerade begannen, sich in ihren neuen Heimen einzurichten. Sie dachten, sie wären sicher. Sie dachten, der Architekt hätte ihnen eine uneinnehmbare Festung gebaut. Doch die Schlinge, die sie auf Sylva-Vaal zerschnitten hatten, zog sich nun im Tenebris-Sektor wieder zusammen.

„Wir müssen Taren und Seren warnen“, sagte Cal, und die alte, harte Entschlossenheit des Jedi-Ritters kehrte in seine Stimme zurück. „Die Zeit, die wir uns erkauft haben, ist abgelaufen. Das Imperium ist auf dem Weg.“

Inoffizielle, nicht-kommerzielle Star-Wars-Fan-Fiction. Keine Verbindung zu oder Autorisierung durch Lucasfilm Ltd. oder The Walt Disney Company.