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KAPITEL 4

Die Mantis

Die Nachricht von der Mantis erreichte Taren nicht in einem jener Augenblicke, in denen man mit einer Rückkehr alter Freunde rechnete, sondern mitten in einer Diskussion mit Garith über eine Verteilerleitung, deren Temperaturwerte seit dem Morgen um wenige Grad schwankten. Garith war überzeugt, dass die Ursache tiefer im System lag, während Taren den Verdacht nicht loswurde, dass der Sensor selbst das Problem war; keiner von beiden konnte den anderen überzeugen, und irgendwann hatte Garith mit jener geduldigen Gereiztheit, die bei ihm meist unmittelbar vor dem Griff zum Werkzeugkasten einsetzte, erklärt, man könne natürlich noch eine Stunde darüber reden oder einfach nachsehen.

Taren wollte gerade einwenden, dass „einfach nachsehen“ bei Garith erfahrungsgemäß bedeutete, mindestens die Hälfte einer Verkleidung abzubauen, als sein Kommunikator vibrierte. Die Meldung der Flugüberwachung war kurz, doch die Kennung darin genügte, um alles andere für einen Moment in den Hintergrund treten zu lassen.

Garith bemerkte sein Gesicht und beugte sich ein Stück zur Seite. „Wenn Daron endlich das Isoliermaterial geschickt hat, das er seit drei Tagen verspricht, finde ich deine Begeisterung ein wenig übertrieben.“

„Die Mantis ist im äußeren Kontrollbereich“, sagte Taren, während er die Nachricht noch einmal überflog, obwohl es dafür keinen vernünftigen Grund gab. „Sie sollten in wenigen Minuten aufsetzen.“

„Dann geh schon. Seit du die Meldung gelesen hast, hörst du mir ohnehin nicht mehr zu, und bevor du aus Freude noch behauptest, der Sensor hätte recht, erledige ich das lieber allein.“

Taren steckte den Kommunikator ein, blieb jedoch noch einen Moment bei der geöffneten Verkleidung stehen. „Bist du sicher? Wenn das Problem doch hinter der Leitung sitzt, brauchst du jemanden, der später bestätigen kann, dass du von Anfang an recht hattest.“

Garith sah ihn lange genug an, um deutlich zu machen, was er von diesem Angebot hielt. „Dafür habe ich Nalea. Sie glaubt mir zwar ebenfalls nicht, aber wenigstens kennt sie die Geschichten schon.“

Als Taren wenig später durch die Verbindungsgänge in Richtung des westlichen Landefeldes ging, war Nerava gerade dabei, vom Arbeitstag in den Abend überzugehen. Die Außenschichten kehrten zurück, andere Mannschaften machten sich auf den Weg zu den Schleusen, und zwischen den Menschen, die Werkzeuge, Behälter oder schlicht ihre Müdigkeit mit sich trugen, bewegten sich Kinder mit jener erstaunlichen Fähigkeit, selbst einen Versorgungskorridor in einen Ort zu verwandeln, an dem irgendein Spiel möglich war. An einer Wand hing eine neue Zeichnung, auf der Tenebris unter einem gewaltigen gelben Stern lag, obwohl niemand, der hier lebte, den Himmel jemals so gesehen hatte; vor einem Quartier standen schmutzige Außenstiefel, und aus einem Gemeinschaftsraum drangen Stimmen, Geschirr und der Geruch von etwas Gebratenem.

Früher hätte Taren vermutlich zuerst gesehen, was an diesem Ort noch fehlte. Inzwischen nahm er wahr, was hinzugekommen war.

Seren wartete bereits an der Schleuse. Sie hatte sich nach dem Einsatz am westlichen Bohrfeld umgezogen, doch die leichte Schonhaltung ihres linken Arms verriet ihm, dass die versorgte Schramme sie mehr störte, als sie zugeben wollte. Er hatte am Nachmittag zweimal danach gefragt und zweimal dieselbe Antwort bekommen, weshalb er sich eine dritte Frage ersparte.

Stattdessen sah Seren an ihm hinunter und blieb an der Arbeitsweste hängen, auf der sich Schwarzstaub mit einem dunklen Schmierfleck verband. „Ich nehme an, Garith hat dich direkt aus einem Wartungsschacht entlassen.“

Taren betrachtete seine Kleidung, als sähe er sie zum ersten Mal. „Wir hatten eine Meinungsverschiedenheit mit einer Verteilerleitung. Ich habe mich rechtzeitig zurückgezogen, bevor daraus etwas Persönliches werden konnte.“

„Dann war das vermutlich klug. Cal hat dich allerdings schon in schlechterem Zustand gesehen, und Greez wird ohnehin behaupten, dass auf seinem Schiff niemand sauber bleibt.“ Seren öffnete die Schleuse, hielt jedoch inne, bevor sie eintrat, und strich mit zwei Fingern über einen schwarzen Streifen an Tarens Schulter. „Merrin dagegen wird mir erklären, dass ich dich wenigstens hätte waschen können, bevor ich dich vorzeige.“

„Du könntest behaupten, das sei auf Tenebris traditionelle Kleidung.“

„Ich könnte auch behaupten, du seist vernünftig. Beides würde sie mir nicht glauben.“

Taren folgte ihr lachend in die Schleuse, und als sich die äußere Tür öffnete, schlug ihnen die trockene Kälte von Tenebris entgegen. Das Landefeld lag zwischen den äußeren Anlagen Neravas und einem niedrigen Wall aus dunklem Ceralit; darüber zog feiner Eisstaub durch das fahle Licht, während Bodenfahrzeuge bereits in sicherer Entfernung warteten.

Die Mantis setzte gerade auf.

Taren blieb stehen, ohne es beabsichtigt zu haben. Das Schiff trug neue Spuren, eine Reparaturfläche an der Backbordseite unterschied sich sichtbar vom Rest der Außenhaut, und irgendwo entlang der unteren Verkleidung verlief eine Schramme, für die Greez mit Sicherheit eine Geschichte besaß, in der er selbst keine Schuld trug. Dennoch war es nicht der Zustand des Schiffes, der Taren festhielt, sondern die Vertrautheit seines Anblicks. Die Mantis gehörte zu einem Leben, das lange aus Aufbrechen, Suchen und Weitergehen bestanden hatte, und nun stand sie auf dem Landefeld eines Ortes, an dem er am nächsten Morgen mit Garith eine Verteilerleitung überprüfen wollte.

Seren sagte nichts dazu. Sie legte ihm nur für einen Moment die Hand an den Rücken, bevor sie gemeinsam weitergingen.

Die Rampe war kaum vollständig abgesenkt, als BD-1 oben erschien. Der kleine Droide hielt einen Herzschlag lang inne, stieß eine helle, unverkennbar aufgeregte Tonfolge aus und setzte sich anschließend so schnell in Bewegung, dass Taren ihm bereits entgegenkam, weil er bezweifelte, dass Geschwindigkeit und glatte Rampe eine besonders gute Verbindung darstellten.

BD-1 sprang trotzdem.

Taren fing ihn auf, und der Droide klammerte sich an seiner Weste fest, während eine ganze Folge von Pieptönen und Trillern über ihn hereinbrach, deren Tonfall auch ohne Übersetzung kaum misszuverstehen war.

„Ich habe dich auch vermisst“, sagte Taren und hielt ihn etwas von sich weg, als BD-1 unmittelbar danach einen vorwurfsvollen Laut folgen ließ. „Und bevor du anfängst: Wir haben nicht absichtlich gewartet, bis du fort warst, um interessante Dinge zu finden. Auf Tenebris passieren inzwischen auch ohne deine Beteiligung merkwürdige Dinge.“

BD-1 wurde auffällig still.

Neben Taren verschränkte Seren die Arme. „Das war möglicherweise nicht die klügste Antwort.“

„Ich wollte ehrlich sein.“

„Dann erzähl ihm vielleicht nicht gleich von der eingestürzten Plattform.“

BD-1s Kopf fuhr herum, und die nächste Tonfolge war so empört, dass Seren lachen musste.

„Es ist niemandem etwas passiert, das nicht behandelt werden konnte“, erklärte Taren, bevor der Droide sich vollständig in seine Untersuchung verwandelte. „Wir erzählen dir alles, aber nicht hier auf dem Landefeld und nicht in den nächsten dreißig Sekunden.“

„Ich würde auf ihn hören“, sagte Cal von der Rampe herab. „Wenn er diesen Ton anschlägt, versucht er normalerweise gerade, sich selbst davon zu überzeugen, dass alles unter Kontrolle war.“

Taren hob den Blick. Cal kam ihnen entgegen, und für einen Moment verschwand der Scherz aus beiden Gesichtern, weil es Begegnungen gab, die keine besondere Geste brauchten, um zu zeigen, wie viel Zeit und gemeinsamer Weg zwischen zwei Menschen lagen. Cal zog ihn in eine feste Umarmung, die Taren ebenso selbstverständlich erwiderte, und als sie sich wieder voneinander lösten, hielt Cal ihn noch kurz an den Schultern fest.

„Du siehst gut aus“, sagte er schließlich. „Und damit meine ich ausnahmsweise nicht die Schicht aus Schwarzstaub.“

Taren wollte die Bemerkung zunächst mit einem Scherz beantworten, doch Cal kannte ihn zu lange, um sich damit zufriedenzugeben. „Es fühlt sich auch besser an“, sagte er deshalb. „Nicht jeden Tag, und ganz sicher nicht immer so, wie ich es erwartet hätte, aber dieser Ort beginnt sich weniger wie etwas anzufühlen, das wir retten müssen, und mehr wie etwas, in dem wir tatsächlich leben.“

Cal nickte, ohne daraus eine größere Weisheit zu machen. „Dann war es vielleicht genau richtig, dass wir ein paar Dinge mitgebracht haben, die das Leben leichter machen.“

„Ein paar Dinge?“ Greez erschien hinter ihm auf der Rampe und breitete zwei seiner Arme aus, während er mit einem dritten auf das Innere des Schiffes deutete. „Drei Tage habe ich damit verbracht, euren halben Wunschzettel aufzutreiben, zu handeln, zu laden und anschließend dafür zu sorgen, dass Cal nicht wieder irgendeinen Behälter dort abstellt, wo ich an meine eigenen Systeme muss. Wenn hier jemand von ein paar Dingen spricht, möchte ich wenigstens vorher die Gelegenheit bekommen, beleidigt zu sein.“

„Du warst schon beleidigt, bevor wir gelandet sind“, erinnerte Cal ihn.

„Weil du die linke Hydraulik anfassen wolltest.“

„Ich wollte sie ansehen.“

„Das ist bei Jedi der erste Schritt vor dem Anfassen.“

Taren ging Greez entgegen, und obwohl der Latero noch etwas über seinen Rücken sagte, ließ er sich in die Umarmung ziehen und erwiderte sie schließlich mit zwei Armen. Als Taren ihn wieder losließ, musterte Greez ihn einen Augenblick und wurde, ganz gegen seine Gewohnheit, leiser.

„Schön, dich zu sehen, Junge. Wirklich.“

„Dich auch.“

„Gut. Dann können wir jetzt wieder vernünftig werden und über die Fracht reden.“

Merrin kam zuletzt aus dem Schiff, und während sie Taren mit einer warmen Umarmung begrüßte, wanderte ihr Blick bereits zu Seren. Zwischen den beiden Frauen hatte sich seit ihrer ersten Begegnung etwas entwickelt, das Taren schwer benennen konnte. Es war keine Freundschaft, die viele Worte benötigte, und auch keine bloße Vertrautheit aus gemeinsam bestandenen Gefahren; vielmehr schien jede von ihnen in der anderen etwas wiederzuerkennen, das mit Herkunft, Verlust und der Frage zu tun hatte, wie viel von einem alten Leben man bewahren konnte, ohne sich darin einzuschließen.

Merrin trat zu Seren und nahm deren Unterarm zur Begrüßung, doch als ihre Finger die versorgte Stelle bemerkten, blieb ihr Blick dort hängen. „Bevor du mir erzählst, dass es nichts ist, möchte ich darauf hinweisen, dass Cal denselben Gesichtsausdruck benutzt, wenn er hofft, ich würde eine Verletzung nicht bemerken.“

„Dann sollte ich vermutlich einen anderen Gesichtsausdruck lernen“, erwiderte Seren, und weil Merrin noch immer auf ihren Arm sah, fügte sie hinzu: „Am westlichen Bohrfeld ist ein Teil der Plattform eingebrochen. Wir haben alle herausbekommen, und die medizinische Versorgung hatte am Ende mehr mit Prellungen und aufgeregten Technikern zu tun als mit ernsthaften Verletzungen. Es war unangenehm, aber kein Desaster.“

Merrin ließ ihren Arm los, ohne das Thema damit für erledigt zu halten. „Du hast gerade sehr ausführlich erklärt, warum ich mir keine Sorgen machen soll, und kein einziges Mal erwähnt, wie du dir die Schramme geholt hast.“

Seren sah sie einen Moment an, bevor ein kleines Lächeln erschien. „Das erzähle ich dir später.“

„Gut. Dann werde ich später entscheiden, ob ich dir glaube.“

Taren bemerkte, dass Seren diese Antwort nicht mit einem Scherz abwehrte. Merrin wiederum fragte nicht weiter, sondern ging mit ihr zum Rand des Landefeldes, wo beide in ein Gespräch gerieten, das schon nach wenigen Schritten nichts mehr mit der Verletzung zu tun zu haben schien.

Cal folgte Tarens Blick. „Ich glaube, wir sind nicht eingeladen.“

„Ich glaube, das ist Absicht.“

„Vermutlich.“

„Ich kann euch beide hören“, rief Seren, ohne sich umzudrehen.

Cal grinste. „Das wiederum habe ich erwartet.“

* * *

Garith brauchte keine Einladung, um die Lieferung der Mantis zu entdecken. Noch bevor die ersten Container vollständig entladen waren, erschien er mit zwei Technikern auf dem Landefeld und verschwand beinahe sofort im Frachtraum, wo Greez mit sichtlichem Stolz begann, die mitgebrachten Komponenten aufzuzählen. Wärmetauscher, Regelmodule, Pumpen, medizinische Filtereinheiten und Ersatzteile für die äußeren Energieverteiler waren bereits mehr, als Taren erwartet hatte; als Garith jedoch vor einer größeren versiegelten Einheit stehen blieb und die Kennzeichnung las, verstummte er mitten in einer Bemerkung über den Zustand einer gebrauchten Pumpe.

„Das ist ein industrieller Fabrikationskern.“

Greez lehnte sich mit jener Haltung gegen einen Container, die deutlich machte, dass er auf genau diesen Augenblick gewartet hatte. „Das ist nicht irgendein Fabrikationskern. Der Vorbesitzer hat ihn kaum benutzt, die Basissysteme sind vollständig, und bevor du fragst: Ja, ich habe ihn laufen sehen. Zweimal.“

Cal, der am Eingang stand, räusperte sich.

Greez sah zu ihm. „Was?“

„Du hast gesagt, wir sollten über die Diagnosewarnungen erst sprechen, wenn Garith sich gefreut hat.“

Garith schloss die Augen.

„Es sind zwei Warnungen“, erklärte Greez sofort. „Eine davon ist wahrscheinlich nur ein Kalibrierungsfehler, und die andere tritt ausschließlich unter Last auf. Außerdem habt ihr hier Leute, die so etwas reparieren können. Genau deshalb bringt man doch Technik zu Ingenieuren.“

Garith legte eine Hand auf das Gehäuse und schüttelte den Kopf, doch Taren kannte ihn inzwischen gut genug, um zu sehen, dass seine Begeisterung längst gewonnen hatte. Mit einem funktionierenden Fabrikationskern konnten sie Bauteile herstellen, auf deren Lieferung Nerava bisher warten musste; wenn sich die Aufbereitung des Tenebrium-Ceralits weiterentwickelte, würde daraus mehr als eine bequeme Ergänzung ihrer Werkstätten. Es war ein kleiner Schritt weg von der Abhängigkeit, die jede Siedlung verwundbar machte, solange fast jedes spezialisierte Teil von außerhalb kommen musste.

„Yalena wird das Ding wahrscheinlich noch heute auseinandernehmen wollen“, sagte Garith schließlich.

„Sie nimmt gar nichts auseinander, bevor ich dabei bin“, erklärte Greez.

Cal sah Taren an. „Er hat sich auf dem Flug hierher bereits dreimal von dem Gerät verabschiedet.“

„Man baut Beziehungen auf.“

„Zu Maschinen?“

„Maschinen hören wenigstens zu.“

In diesem Augenblick ertönte aus einem geöffneten Behälter ein triumphierendes Piepen. BD-1 hatte eine Kiste mit Sensorkomponenten entdeckt und offenbar beschlossen, dass die Frachtkontrolle ohne ihn unvollständig war. Eine kleine Sonde fuhr aus seinem Gehäuse, während auf Gariths Datenblock nacheinander Kennzeichnungen erschienen.

Garith sah erst auf die Liste, dann auf den Droiden. „Kann er die komplette Lieferung abgleichen?“

„Du hättest das nicht fragen dürfen“, sagte Cal.

BD-1 antwortete bereits mit einer Tonfolge, die keinerlei Zweifel daran ließ, dass er nicht nur konnte, sondern inzwischen auch fest davon ausging, dass genau dies seine Aufgabe war.

Taren beobachtete, wie Garith ihm Zugang zur Frachtliste gab und der kleine Droide sich unmittelbar an die Arbeit machte. Niemand hatte BD-1 befohlen zu helfen; ebenso wenig hätte es Sinn gehabt, ihn davon abzuhalten. Seine Neugier war nie nur eine Eigenart gewesen, die Cal und die anderen gelegentlich in Schwierigkeiten brachte. Sie war die Art, wie er sich eine Welt erschloss, und wenn er dabei etwas fand, das nützlich war, wurde aus Entdecken fast automatisch Beteiligung.

„Du grinst schon wieder“, sagte Cal neben ihm.

Taren sah zu ihm. „Garith hat heute dasselbe behauptet.“

„Vielleicht solltet ihr euch Sorgen machen.“

„Vielleicht gefällt mir einfach, dass ihr hier seid.“

Cal antwortete nicht sofort. Sein Blick wanderte durch den Frachtraum, über Greez, der Garith gerade davon zu überzeugen versuchte, die undichte Pumpe sei ein hervorragender Kauf gewesen, und weiter zu BD-1, der bereits die dritte Kiste überprüfte. „Mir auch“, sagte er schließlich. „Es ist nur seltsam. Früher war die Mantis der Ort, an den wir zurückgekehrt sind. Jetzt fühlt es sich an, als wären wir mit ihr irgendwo angekommen.“

Taren wusste genau, was er meinte.

* * *

Merrin und Seren hatten das Landefeld inzwischen hinter sich gelassen und waren einem gesicherten Außenweg zu einer niedrigen Beobachtungsplattform gefolgt. Von dort aus konnte man die westliche Ebene sehen, auf der in der Ferne die Arbeitslichter der Bohranlagen gegen den feinen Dunst aus Eispartikeln und Schwarzstaub standen. Merrin ließ sich Zeit, bevor sie auf das zurückkam, was Seren am Schiff nur angedeutet hatte; als sie schließlich fragte, tat sie es nicht nach den Messwerten oder dem Zustand der Plattform, sondern danach, was Seren dort unten gesehen hatte.

Seren stützte die Hände auf das Geländer und blickte hinaus. „Unter dem Ceralit lag eine Struktur, die dort nicht hätte sein sollen. Vielleicht ist Struktur das falsche Wort, weil wir noch gar nicht wissen, ob sie künstlich ist, aber das Material unterschied sich von allem, was Yalena in den bisherigen Bohrungen gefunden hat. Für einen Moment hatte ich den Eindruck, als wäre unter dem Eis etwas freigelegt worden, das sehr lange unberührt geblieben ist.“

„Und du bist hinuntergegangen.“

Es war keine Frage, weshalb Seren auch nicht so tat, als wäre es eine. „Rovan war verletzt und konnte nicht allein zurück. Ceresta war bei ihm, aber die Plattform bewegte sich weiter, und irgendwann gab es keinen sicheren Weg mehr, der gleichzeitig schnell genug gewesen wäre. Ich wusste, dass ich ihn erreichen konnte.“

Merrin betrachtete sie von der Seite. „Du sagst das so, als wäre damit alles erklärt.“

„Früher wäre es das gewesen.“

Die Antwort kam leiser, als Seren beabsichtigt hatte. Merrin drängte nicht, sondern wartete, und gerade diese Geduld machte es schwieriger, das Gespräch mit einer beiläufigen Bemerkung zu beenden.

„Als ich ausgebildet wurde, gab es für solche Entscheidungen klare Maßstäbe“, fuhr Seren nach einer Weile fort. „Wenn eine Aufgabe notwendig war und du die Fähigkeiten hattest, sie zu erfüllen, dann war die Frage nach dem persönlichen Risiko zweitrangig. Das hatte nichts mit Todessehnsucht zu tun, wie Taren es manchmal nennt, wenn er mich ärgern will. Es war Verantwortung. Ich habe lange geglaubt, dass genau darin die Stärke meiner Ausbildung liegt.“

„Und jetzt glaubst du das nicht mehr?“

Seren dachte an Veyra-Vaal, an die Menschen, die sie verloren hatten, und an all die Regeln, die in einer Welt selbstverständlich gewirkt hatten, die nicht mehr existierte. „Ich glaube noch immer, dass Verantwortung bedeutet, etwas zu tun, obwohl man Angst hat. Aber ich beginne zu verstehen, dass es nicht immer ehrenhaft ist, so zu tun, als würde das eigene Leben dabei nichts wiegen. Heute wusste ich, während ich dort hinunterging, dass Taren auf mich wartet. Ich wusste, dass es Menschen gibt, für die meine Entscheidung nicht nur meine eigene ist. Das hat mich nicht aufgehalten, aber es hat verändert, was diese Entscheidung bedeutet.“

Merrin wandte den Blick wieder der Ebene zu, und Seren sah, dass ihre Worte etwas berührt hatten, das weit über den heutigen Einsatz hinausging. „Auf Dathomir habe ich lange geglaubt, dass Überleben etwas ist, das man für die Toten tut“, sagte Merrin schließlich. „Als müsste jedes Weiterleben beweisen, dass ihr Verlust nicht alles genommen hat. Später habe ich verstanden, dass man auch für die Lebenden überlebt. Das klingt einfacher, als es ist, weil die Lebenden Erwartungen haben, Angst bekommen und manchmal sehr lästig sein können.“

Seren lächelte. „Vor allem, wenn sie Taren heißen.“

„Cal ist nicht besser.“

„Das beruhigt mich.“

Merrin lachte, und mit diesem Lachen verlor das Gespräch seine Schwere, ohne dass das Gesagte dadurch kleiner wurde. Sie sprachen noch eine Weile über ihre beiden Männer, wobei sich rasch herausstellte, dass Cal und Taren eine erstaunliche Zahl gemeinsamer Strategien besaßen, Verletzungen herunterzuspielen oder gefährliche Entscheidungen im Nachhinein als völlig logisch darzustellen. Irgendwann erzählte Merrin von einem Zwischenfall auf einem abgelegenen Außenposten, bei dem Cal behauptet hatte, ein Schnitt an seiner Seite sei „wirklich kaum der Rede wert“, bis Greez darauf hingewiesen hatte, dass Blut auf seinem Boden sehr wohl der Rede wert sei.

Seren lachte so sehr, dass die Schramme an ihrem Arm zog, und Merrin bemerkte es natürlich sofort.

„Ein Kratzer“, sagte sie trocken.

„Kein Wort zu Taren.“

„Ich verspreche nichts.“

* * *

Am Abend saßen schließlich mehr Menschen um den langen Tisch des Gemeinschaftsraums, als Greez ursprünglich eingeplant hatte, wobei niemand genau sagen konnte, wann aus einem Essen mit der Besatzung der Mantis eine halbe Zusammenkunft geworden war. Nalea war mit Kitena und Tylan gekommen, Garith hatte zunächst behauptet, nur kurz wegen des Fabrikationskerns vorbeizusehen, und war geblieben, sobald er bemerkte, dass seine Frau bereits einen Platz für ihn freigehalten hatte. Ceresta erschien, weil Garith mit ihr über die Anpassung einiger ihrer Droiden an die neuen Fertigungsmöglichkeiten sprechen wollte, und Ilyra kam wenig später dazu, nachdem sie eigentlich nur eine Nachricht für Nalea hatte überbringen wollen.

Greez nahm diese Entwicklung mit jener Mischung aus Klage und Zufriedenheit hin, die Taren inzwischen gut kannte. Er erklärte mehrfach, er habe nicht für eine ganze Siedlung gekocht, stellte aber gleichzeitig zusätzliche Schalen auf den Tisch und verschwand noch einmal in der Küche, als Kitena fragte, ob es mehr von dem gebratenen Gemüse gebe.

„Ich möchte festhalten, dass niemand meinen Plan respektiert“, sagte er, als er zurückkam und die Schale vor ihr abstellte. „Ich hatte Mengen berechnet. Vernünftige Mengen. Dann taucht ihr alle auf und benehmt euch, als wäre mein Essen eine öffentliche Versorgungseinrichtung.“

Nalea nahm sich etwas von dem Gemüse und sah ihn freundlich an. „Wenn du wirklich weniger Leute hier haben wolltest, hättest du nicht so viel kochen dürfen.“

„Das ist eine völlig falsche Schlussfolgerung.“

„Aber eine sehr praktische“, meinte Garith. „Bei uns zu Hause funktioniert sie seit Jahren.“

Greez deutete mit dem Löffel auf ihn. „Du solltest auf meiner Seite sein. Ich habe dir einen Fabrikationskern gebracht.“

„Einen Fabrikationskern mit zwei Diagnosewarnungen.“

„Eine davon ist wahrscheinlich bedeutungslos.“

„Du hast vorhin noch gesagt, beide seien bedeutungslos.“

„Ich habe inzwischen Vertrauen zu dir gefasst.“

Während sich die Diskussion fortsetzte, saß BD-1 neben Tylan auf einer Bank und zeigte ihm auf einem kleinen Projektionsfeld die vereinfachte Darstellung der Frachtlisten. Tylan verstand vermutlich weniger als die Hälfte davon, stellte aber mit solcher Ernsthaftigkeit Fragen, dass BD-1 jede einzelne beantwortete. Kitena hörte zunächst demonstrativ nicht zu, rückte nach einigen Minuten jedoch näher, weil sie wissen wollte, weshalb bestimmte Sensoreinheiten unterschiedliche Kennzeichnungen trugen.

Taren beobachtete sie eine Weile, bevor sein Blick weiterwanderte. Merrin saß zwischen Seren und Nalea und erzählte gerade etwas, das Nalea zum Lachen brachte; Cal hatte sich mit Garith über die Flugbedingungen im Korridor festgeredet, und Ceresta erklärte Ilyra mit den Händen, weshalb ein für die Eisfelder entwickelter Erkundungsdroide andere Gelenke brauchte als ein Gerät, das überwiegend auf Ceralit arbeitete.

Ilyra verstand offensichtlich genug von der Sache, um die richtigen Fragen zu stellen, aber nicht genug, um Ceresta davon abzuhalten, immer ausführlicher zu werden. Irgendwann beugte Ceresta sich über den Tisch und zeichnete mit dem Finger eine Bewegung auf die Oberfläche, während Ilyra ihr folgte und anschließend etwas sagte, das Taren nicht verstand. Ceresta brach mitten in ihrer Erklärung in ein Lachen aus.

Neben ihm bewegte Seren kaum merklich den Kopf in ihre Richtung.

„Du hast es auch gesehen“, murmelte Taren.

Seren nahm sich Zeit, bevor sie antwortete. „Ich habe gesehen, dass zwei Menschen sich gut unterhalten.“

„Das ist erstaunlich zurückhaltend für jemanden, der mich sonst innerhalb von Sekunden analysiert.“

„Bei dir habe ich mehr Übung.“

Taren legte seine Hand unter dem Tisch auf ihr Knie, und Seren ließ ihre Finger darübergleiten, ohne das Gespräch mit Merrin zu unterbrechen. Es war eine kleine Berührung, beiläufig genug, dass niemand sie beachten musste, und zugleich so vertraut, dass Taren für einen Augenblick mehr darin empfand als in jeder großen Geste.

Vielleicht war es genau das, was sich verändert hatte.

Noch vor nicht allzu langer Zeit hätte ein Abend wie dieser für ihn eine Unterbrechung dargestellt, einen ruhigen Moment zwischen zwei Wegen, bevor die nächste Spur, der nächste Auftrag oder die nächste Gefahr sie wieder auseinandertrieb. Nun saßen Menschen um einen Tisch, die aus verschiedenen Teilen seines Lebens stammten und längst begonnen hatten, eigene Verbindungen miteinander zu knüpfen. Merrin brauchte ihn nicht, um mit Seren befreundet zu sein. Garith und Greez konnten sich über Maschinen streiten, ohne dass Taren irgendeine Rolle dabei spielte. Nalea und Merrin fanden Themen, von denen er nichts wusste, BD-1 hatte Tylan und Kitena längst für sich gewonnen, und Ilyra hörte Ceresta mit einer Aufmerksamkeit zu, die vermutlich auch dann nicht verschwunden wäre, wenn Taren den Raum verlassen hätte.

Das gefiel ihm mehr, als er erwartet hatte.

Cal bemerkte irgendwann, dass Taren still geworden war, und hob fragend die Brauen. „Alles in Ordnung?“

Taren sah noch einmal über den Tisch, bevor er antwortete. „Ich habe gerade darüber nachgedacht, dass früher immer irgendjemand einen Grund brauchte, damit wir alle am selben Ort waren. Ein Auftrag, ein Problem, irgendetwas, das dringend genug war, um unsere Wege zusammenzuführen. Heute sitzt ihr hier, weil Greez zu viel gekocht hat.“

„Ich habe nicht zu viel gekocht“, widersprach Greez sofort.

Cal grinste. „Offenbar ist der Grund doch dringender, als du dachtest.“

„Und unterschätzt nicht die strategische Bedeutung eines vernünftigen Abendessens“, fügte Greez hinzu. „Kriege wurden wegen schlechterem Essen begonnen.“

Merrin sah zu ihm. „Von dir?“

„Das ist überhaupt nicht der Punkt.“

Das Gelächter, das daraufhin um den Tisch ging, war weder besonders laut noch außergewöhnlich, und vielleicht blieb Taren gerade deshalb darin hängen. Niemand rettete in diesem Moment eine Welt. Niemand entschied über die Zukunft des Vaal-Korridors oder versuchte, ein altes Rätsel zu lösen. Sie aßen, redeten durcheinander, stritten über eine Pumpe und hörten Tylan dabei zu, wie er BD-1 erklärte, dass ein Erkundungsdroide unbedingt schneller sein müsse als Kitena.

Es war kein Zwischenraum zwischen den wichtigen Dingen.

Es war eines der wichtigen Dinge.

* * *

Später, als die meisten bereits gegangen waren und Greez darauf bestand, dass niemand ihm beim Aufräumen helfen dürfe, weil „Hilfe“ bei Cal grundsätzlich bedeute, Dinge an den falschen Platz zu stellen, gingen Taren und Seren gemeinsam zu ihrem Quartier zurück. Die Gänge waren ruhiger geworden, und hinter den Fenstern der äußeren Verbindungspassagen lag Tenebris in jener dunklen Weite, die Taren inzwischen nicht mehr als leer empfand.

Seren hatte ihren Arm bei ihm eingehakt. Eine Weile sprachen sie über nichts Besonderes, bis Taren auf das Gespräch zwischen ihr und Merrin zurückkam.

„Ihr wart lange draußen.“

„Wir haben geredet.“

„Das hatte ich vermutet. Cal und ich haben beschlossen, dass wir nicht eingeladen waren.“

Seren lächelte. „Eine bemerkenswert kluge Entscheidung.“

„Sollte ich mir Sorgen machen?“

„Unbedingt. Wir haben ausführlich darüber gesprochen, wie anstrengend ihr beide seid, wenn ihr verletzt seid.“

Taren blieb beinahe stehen. „Ich bin ein hervorragender Patient.“

„Du hast einmal versucht, mit einer frisch versorgten Schulter einen Rucksack zu tragen, weil du behauptet hast, das Gewicht liege hauptsächlich auf der anderen Seite.“

„Das war technisch korrekt.“

„Genau darüber haben wir gesprochen.“

Sie erreichten ihr Quartier, und Seren öffnete die Tür, während Taren noch nach einer Verteidigung suchte, die nicht genau das bestätigte, was sie gerade gesagt hatte. Drinnen war es warm, die Beleuchtung gedämpft, und auf dem kleinen Tisch lag noch das Datenpad, das Seren am Morgen dort zurückgelassen hatte. Nichts an dem Raum war außergewöhnlich, doch Taren empfand jedes Mal dieselbe leise Irritation darüber, wie selbstverständlich er inzwischen wusste, wo Seren ihre Sachen ablegte, auf welcher Seite des Bettes sie schlief und welche Lampe sie abends einschaltete, wenn sie noch lesen wollte.

Seren bemerkte, dass er stehen geblieben war. „Was ist?“

„Nichts. Ich habe nur gerade gedacht, dass Cal heute gesagt hat, ich hätte mich verändert.“

Sie legte ihre Jacke ab und sah ihn über die Schulter an. „Hat dich das überrascht?“

„Ein wenig. Vielleicht weil ich selbst es nicht so deutlich merke.“

„Man merkt Veränderungen selten, wenn man jeden Tag darin lebt.“ Sie kam zu ihm zurück und strich über den dunklen Fleck auf seiner Weste, den sie schon vor der Landung bemerkt hatte. „Du planst inzwischen mit Dingen, die morgen passieren. Du weißt, wann Garith Hilfe braucht, kennst die Kinder beim Namen und ärgerst dich darüber, wenn jemand Werkzeug nicht zurückbringt. Vor einem Jahr hättest du wahrscheinlich behauptet, das seien alles deutliche Warnzeichen.“

Taren legte die Hände an ihre Taille. „Vor einem Jahr kannte ich dich noch nicht gut genug, um zu wissen, dass Bleiben Vorteile hat.“

„Das war beinahe charmant.“

„Beinahe?“

„Der Wartungsschachtgeruch kostet dich Punkte.“

Er lachte leise, doch als Seren ihre Hände an seine Brust legte und die Verschlüsse seiner Weste öffnete, veränderte sich ihre Nähe, ohne dass der Humor vollständig daraus verschwand. Sie waren längst über jene Phase hinaus, in der jede Berührung überraschend sein musste. Taren kannte die Wärme ihrer Hände ebenso wie die kleine Bewegung ihrer Mundwinkel, wenn sie bereits wusste, dass sie ihn gleich küssen würde, und Seren wusste, dass er in solchen Augenblicken immer noch für einen Herzschlag innehielt, als müsste ein Teil von ihm sich vergewissern, dass dieses Leben tatsächlich seines war.

„Merrin hat heute etwas gesagt, über das ich noch nachdenke“, sagte Seren, während ihre Finger an seinem Kragen liegen blieben. „Dass man nicht nur für die Toten überlebt, sondern auch für die Lebenden. Ich habe lange geglaubt, Verantwortung bedeute vor allem, bereit zu sein, etwas zu riskieren. Vielleicht gehört inzwischen auch dazu, einen Grund zu haben, wieder zurückzukommen.“

Taren sah sie an. Hinter dem Gedanken lag mehr als der heutige Einsatz, und er wusste, dass eine schnelle Antwort ihm nicht gerecht geworden wäre. „Dann sollten wir beide lernen, dass Zurückkommen kein Zeichen dafür ist, dass man weniger gewagt hat.“

Seren lächelte kaum sichtbar. „Das klang fast vernünftig.“

„Garith behauptet, ich entwickle mich.“

„Garith behauptet auch, die Verteilerleitung sei nicht der Sensor.“

„Das werden wir morgen sehen.“

„Morgen“, wiederholte Seren, und diesmal lag in dem Wort etwas, das Taren sofort verstand.

Er küsste sie, zunächst sanft, weil das Gespräch noch zwischen ihnen war, doch Seren schob die geöffnete Weste von seinen Schultern und zog ihn näher, bis aus der Zärtlichkeit jene vertraute Wärme wurde, die keiner von beiden erklären musste. Ihr Lachen, als er beim Rückwärtsgehen beinahe gegen den Stuhl stieß, ging in seinem nächsten Kuss verloren, und irgendwann spielte es keine Rolle mehr, wer zuerst aufgehört hatte zu reden.

Draußen stand die Mantis auf dem Landefeld, während Nerava nach und nach ruhiger wurde. Am nächsten Morgen würde BD-1 seine angekündigte Expedition in die alten Daten beginnen, Garith und Yalena würden sich vermutlich um den Fabrikationskern streiten, und Cal wollte mit Taren noch einmal über die Veränderungen sprechen, die sie bei den letzten Flügen im Korridor beobachtet hatten. Merrin und Seren hatten sich bereits verabredet, gemeinsam hinauszugehen, ohne ihren beiden Gefährten genauer zu erklären, wohin, und irgendwo in einem der Familienquartiere würde Tylan wahrscheinlich schon vor dem Frühstück eine Idee entwickeln, die Nalea und Garith für deutlich weniger hervorragend hielten als er selbst.

Doch all das gehörte dem nächsten Tag.

In dieser Nacht musste Taren keinen Weg finden, keinem Signal folgen und niemandem erklären, weshalb ihn ein unbekannter Horizont noch immer anzog. Zum ersten Mal seit langer Zeit widersprach der Wunsch nach dem nächsten Weg nicht mehr dem Wunsch zu bleiben.

Denn inzwischen wusste er, wohin er zurückkehren wollte.

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